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Music Production

Schallwellenmagie: Zeitgemäße Elektronische Musikproduktion Teil 2

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Als Alternative zu den allgegenwärtigen Presets und Fertigsamples hatten wir in der letzten Woche das Erstellen eigener Sounds propagiert. Sie bedeutet ein hohes Maß an wirklicher klanglicher Eigenleistung, die man ja auch gering halten könnte: zum Preis der Originalität der Musik.

Dabei ist das alles recht einfach! Erstmal drauflos samplen und aufnehmen bis der Arzt einen weckt. Interessante Geräusche entdeckt man überall, sobald man erstmal anfängt wirklich darauf zu achten. Das ungeschulte Ohr hört den Wald vor lauter Bäumen nicht, wo der Kenner wahre Schätze erlauscht: die ewig nicht geölte Tür mit ihrem an Blechbläser erinnernden durchdringendem Jaulen, das asthmatische Bellen der alten Nachbarskatze, das marternde Geschrei glücklich spielender Kinder… alles hervorragend geeignet um daraus Musik zu machen und seinen Produktionen den ersehnten individuellen Glanz zu verleihen.

Hat man erstmal ein nettes Geräusch isoliert, geht dann die dem Produzenten hinlänglich bekannte Bearbeitung los: Hüllkurven verändern, zerhacken, Echo, Hall und co… vielleicht rückwärts abspielen? Tonhöhe rauf/runter? Etwas mehr Bässe? Schon mit diesen einfachen Basis Werkzeugen kann man beispielsweise das geheimnisvolle Brummen eines Mittelwellensenders oder das Gurgeln der Kaffeemaschine in eine mörderisch anschwellende, den Dancefloor erschütternde Welle verwandeln, und so das derzeit allgegenwärtige weiße Rauschen elegant individualisieren.

Durch entsprechendes Anschärfen der Hüllkurve, also des Dynamikverlaufs des Klanges, kann man interessante perkussive Effekte erzeugen: Klicks, Rasseln, Trommeln, Hihats und dergleichen, ohne dass man beim Hören noch auf den eventuell völlig anderen Ursprung schließen kann. Das Ohr isst schließlich mit, und es ist erfreut über Klänge die nicht den Standard Baukästen entstammen. Die Verfremdung des Vertrauten ist spätestens seit dem Psychedelic Rock der 60er Jahre ein Element das aus der Popmusik überhaupt nicht mehr wegzudenken ist, nur muss ich entscheiden ob ich in Eigenregie Klänge erzeuge und moduliere oder andere Leute diesen Job für mich erledigen lasse, mit entsprechenden Ergebnissen.

Interessante Sprachsamples gesucht? Klar, die eigene Stimme, mit althergebrachter Weise aufgenommen, lässt die Leute eher fliehen wenn man nicht gerade Gold in der Kehle hat wie Tante Bohlen. Unser Tipp: mit dem bereits erwähnten Zoom H-2 experimentieren! Das Teil hat so empfindliche „Antennen“, dass man auf Anhieb überzeugende Vocals hinbekommt. Selbst eine sonst dünne Näselstimme bekommt hier einen roboterhaften Supertiefbass der jeden auf dem Floor erzittern lässt!

Beim nächsten Mal gibts mehr zum Einsatz selbstgemachter Vocals und etwas für die Ambient Freunde.

Music Production

Schallwellenmagie: Zeitgemäße Elektronische Musikproduktion Teil 1

Heute Start mit Teil 1: Fuck presets, create your own sounds!

Elektronische Musik besteht bekanntermaßen aus rhythmisch arrangierten Klängen. Wir wollen heute einmal die Klangquellen genauer betrachten.
Jedes der zahlreichen heutigen Musikproduktionsprogramme kann mit einer Vielzahl von Instrumenten aufwarten, für jeden Zweck ist etwas dabei. Ob Drums, Bässe oder Leadstimmen, stets gibts dazu dutzende Presets damit man nicht erst umständlich Sounds generieren muss, was einen Neuling ganz schnell überfordern kann.
Die Gefahr besteht nun darin, dass man so nie von den Presets loskommt und die Produktionen daher nicht besonders innovativ klingen können.
Sicher kann man mit dem Einsatz von Effekten das Klangspektrum erheblich erweitern, doch auch hier sind die Möglichkeiten bereits gründlich ausgelotet.

Was also tun?

Anstatt sich immer neue Bänke von Presets runterzuladen, anstatt immer neue VST´s anzuhören. empfiehlt Schallwellenmagie einen viel eleganteren Weg: Samples selber erstellen!

Während in früheren Zeiten kostenintensive Sampler nur wenigen zur Verfügung standen, so kann man heute quasi mit lowest budget Kosten einsteigen ins unermessliche Reich eigener Soundkreationen. Freeware wie z.B. AUDACITY oder auch andere Programme bieten gigantische Möglichkeiten der WAV oder mp3 Bearbeitung. Man kann sich natürlich auch entscheiden aus anderen Musikproduktionen kleine Schnipsel zu entnehmen, oder ganz grundsätzlich eigene WAVs aufzunehmen: die Welt um uns herum ist schließlich Klang!
Jegliches Soundmaterial kann man heutzutage in hochauflösender Qualität erfassen, z.B. mit dem Audiorecorder Zoom H-2. Ob Türenquietschen, Menschenmengen, Kirchenglocken, Autohupen, whatever…. alles ist verwendbar als Grundlage eines neuen, nie da gewesenen Klangs. Es ist dann von der Geburt bis zum Einarbeiten in einen Track 100%ig meine ureigenste Kreation. Ich kenne die Quelle, die Modulationen, und habe so die volle Kontrolle über die Sounds meiner Musik.

Verpasse nicht Teil 2: How to create your own groovy sounds. Es geht in die Praxis!